Wir benötigen für die zahlreichen Anforderungen, die uns über den Tag begegnen Energie. Am besten wäre es, wir hätten diese gleichmäßig über den Tag verteilt, ohne Nachmittagstief und Heißhungerattacken.
Kohlenhydrate sind neben Fetten die wichtigsten Energielieferanten in unserem Körper. Die Kohlenhydrate der Nahrung werden während der Verdauung zu Glukose umgewandelt. Glukose wird in den Mitochondrien unserer Zellen durch biochemische Prozesse in ATP transformiert, der Energieeinheit, mit der unsere Zellen vielfältige Vorgänge umsetzen.
Zucker ist Energie, aber auch Energiefalle. Je nachdem, wie Glukose in die Lebensmittel eingebettet ist, liefert sie sehr schnell, aber nur kurzzeitig Energie oder gleichmäßig über einen längeren Zeitraum. Wir können durch die Wahl unserer Lebensmittel beeinflussen, ob wir durch Zucker – Hochs und – Tiefs wanken oder gleichmäßig energiegeladen durch den Tag gehen.
Aber Kohlenhydrat ist nicht gleich Kohlenhydrat. Sie liegen in unterschiedlicher Komplexität vor und dadurch wird die Glukose unterschiedlich schnell freigesetzt, was dann zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt.
Der Glykämischer Index hilft dabei Kohlenhydrate besser einzuordnen. Er gibt an, wie schnell ein Lebensmittel nach dem Verzehr in Glukose umgewandelt wird und damit den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Häufige hohe Blutzucker-Spitzen (Glukose-Peaks) mit anschließend starkem Abfall des Blutzuckerspiegels (aufgrund des wirkenden Insulins) gelten als problematisch. Sie können Heißhunger fördern und so Übergewicht und später auch Diabetes mellitus begünstigen.
Lebensmittel mit einen hohen Glykämischen Index enthalten schnell verdauliche Kohlenhydrate, wie z.B. gewöhnlicher Zucker. Diese werden im Darm schnell resorbiert und lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Das führt zur Ausschüttung des Hormons Insulin, welches den Blutzucker abbaut, in dem es die Glukose in die Zellen befördert. Der Blutzucker sinkt dadurch auch schnell wieder, oft auch besonders tief. Darauf reagiert der Körper mit Heißhunger. So entsteht ein Teufelskreis der zu häufigem Essen, insbesondere kohlenhydratreicher Lebensmittel führt und schließlich zu Übergewicht. Dadurch steigt wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch von Diabetes mellitus. Man sieht hier schnell, wie wichtig die Ernährung für unsere Gesundheit ist.
Ähnlich, wie Zucker, spendet uns auch Weißmehl sehr rasch Energie und hat sonst kaum nennenswerte Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe.
Der glykämische Index von Hülsenfrüchten ist dagegen sehr niedrig, da dort erst die dicke Hülle verdaut werden muss. Hülsenfrüchte enthalten vielen Kohlenhydrate, diese werden aber langsam verdaut und ins Blut abgegeben, wodurch der Blutzuckerspiegel ausgeglichen bleibt und die Insulinbelastung gering.


Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index sind Weißbrot, Bier, Alkohol, Datteln, Reis, Cornflakes, Kartoffeln. Lebensmittel mit einem geringen glykämischen Index sind dagegen Trauben, Orangen, Weizenkleie, Roggen, Hafer, Apfel, Birne, Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen, Tomaten, grünes Gemüse und Nüsse.
Durch den Fettgehalt von Lebensmitteln werden diese schwerer verdaulich. Das setzt somit auch den glykämischen Index herab. Damit haben z.B. Pommes einen niedrigeren glykämischen Index als gekochte Kartoffeln. Dafür ist der Kaloriengehalt von Pommes natürlich deutlich höher. Durch die Auswahl und Zugabe von gesunden Fetten ist es aber dennoch möglich den glykämischen Index zu senken, z.B. durch Avocado auf dem Brot oder Quark mit Leinöl zu Ofenkartoffeln.
Fazit
Durch die Auswahl der Lebensmittel gestalten wir unsere Energiekurve. Wählen wir schnell verdauliche Zucker, erhalten wir ein steiles, kurzes Energiehoch mit der Gefahr von Heißhunger danach. Wählen wir langsam verdauliche Kohlenhydrate, z.B. in Äpfel oder Haferlocken oder ergänzen wir die Kohlenhydrate durch gesunde Fette und Proteine, wird die Glukose langsam ins Blut abgegeben. Wir haben lange Energie und sind auch länger satt. Außerdem nehmen wir so auch wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Proteine auf.
Generell ist aber eine zuckerarme Ernährung zu empfehlen, da nicht verbrauchter Zucker die Quelle für Stille Entzündungen in unserem Körper sein kann. Solche stillen Entzündungen (silent inflammation):sind die Ursache verschiedener chronischer Erkrankungen, von Kopfschmerzen bis Depressionen. Aber dazu in einem eigenen Artikel mehr.


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